pokémon go

Pokémon GO – Den Haag klagt gegen Niantic wegen Naturschutz

Die Stadt Den Haag hat Berichten zufolge Klage gegen die Macher von Pokémon GO eingereicht. Das Unternehmen habe auf keine Kontaktversuche reagiert, daher sehe sich die Stadt gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten. Ausgangspunkt des Ärgers sind Pokémon-GO-Spieler, die geschützte Strände bedrohen und die Nachtruhe der Den Haager stören.

Jahrelang hieß es, Gamer müssten doch mehr an die frische Luft gehen. Jetzt, da den ewigen Nörglern ihr Wunsch dank Pokémon GO erfüllt wurde, gibt’s wieder jede Menge zu meckern. Wie die britische Nachrichtenseite theguardian.com berichtet, hat die niederländische Stadt Den Haag Klage vor Gericht gegen das Entwicklerstudio Niantic eingereicht. Seit das Mobilegame in den Niederlanden veröffentlicht wurde, pilgern täglich hunderte Spieler an die Strände von Kijkduin. Die dortigen Dünen sind aber, wie an Deutschlands Küsten auch, streng geschützt und dürfen nicht betreten werden. Die nur spärlich bewachsenen Dünen können leicht beschädigt werden, was dazu führt, dass Wind und Wetter den Sandwall, der die Küste vor Hochwasser und Sturmfluten schützt, abträgt. Außerdem leben und brüten in den Dünen bedrohte Vogelarten.

Laut theguardian.com habe die Stadtverwaltung mehrfach versucht, mit dem Entwicklerstudio Niantic Kontakt aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg. Die Stadt Den Haag fordert, dass in der Zeit von 11 Uhr abends bis 7 Uhr vormittags keine Pokémon in den betroffenen Gebieten zu finden sein dürfen. Ganz vom Naturschutz scheint die Klage jedoch auch nicht motiviert zu sein, schließt die Forderung doch auch die umliegenden Straßen mit ein. Offenbar fühlen sich Anwohner und Hotelgäste von nächtlichen Pokémon-GO-Spielern belästigt.

Aussichtslos ist das Unterfangen keinesfalls. Im jüngsten Update für das Mobilegame wurden beispielsweise Mahnmale in Berlin und in Hiroshima sowie im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau als Landmarken aus dem Spiel entfernt. Solange der Hype um Pokémon GO anhält, ist wohl damit zu rechnen, dass sich ähnliche Klagen andernorts wiederholen werden.

Share this post

No comments

Add yours